Landshut (dpo) – Durch den beherzten Gebrauch seiner Dienstwaffe hat ein mutiger Polizist im niederbayrischen Landshut heute Mittag Schlimmeres verhindert. Nach Polizeiangaben konnte der Beamte einen Jugendlichen mit einem Schuss ins Bein gerade noch daran hindern, an einem Hasch-Joint zu ziehen. Nun soll der 43-Jährige für seine Geistesgegenwart ausgezeichnet werden.

Polizeioberwachmeister Bernd Finkel lief gerade alleine Streife, als er in einer Parkanlage einen 16-jährigen Jugendlichen bemerkte, der offenbar gerade dabei war, einen brennenden Drogen-Joint zum Mund zu führen.

"Ich war mir nicht 100-prozentig sicher, ob es wirklich Rauschgift war, aber ich wollte kein Risiko eingehen", berichtet Finkel. "Eigentlich habe ich auf Gesichtshöhe gezielt, weil ich versuchen wollte, dem Straftäter den Joint aus dem Mund zu schießen, aber aufgrund der großen Entfernung habe ich ihn am Oberschenkel getroffen. Der Effekt war derselbe."
Anschließend stellte der Polizist sicher, dass die Cannabis-Zigarette gelöscht war, bevor er den Übeltäter festnahm und verhörte. Danach alarmierte der mutige Beamte einen Krankenwagen, der den stark blutenden, aber immerhin nüchternen Jugendlichen ins Krankenhaus brachte.

Die Eltern des Schülers haben sich inzwischen mit einem Präsentkorb bei Bernd Finkel bedankt. Ohne seinen tapferen Einsatz wäre ihr Sohn höchstwahrscheinlich ins Drogenmilieu abgerutscht und hätte in wenigen Wochen seinen Körper am Landshuter Hauptbahnhof für Heroin verkauft. "Lieber ein Kind das hinkt, als ein Junkie in der Familie", so der Vater des 16-jährigen Gymnasiasten.
Auch das bayerische Innenministerium reagierte prompt, lobte Finkel nur Stunden nach dem Vorfall öffentlich für seine Leistung und stellte eine baldige Beförderung in Aussicht. Zudem soll sein Einsatz mit dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt werden.

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